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Big Blue Tinos – Ein Zuhause fern von Zuhause

Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl.

Vor Jahren konnte ich mit diesem Zitat nicht viel anfangen.

Für mich war Heimat immer der Ort, an dem ich aufgewachsen bin und den größten Teil meines Lebens verbracht habe.

Doch je mehr ich zu reisen begann und Zeit im Ausland verbrachte, desto mehr wurde mir klar, dass das Wort "Heimat" nicht nur einen einzigen Ort beschreiben kann.

Es ist vielmehr dieses besondere, geborgene Gefühl, das man bekommt, wenn man sich an einem Ort oder in einer Situation rundum wohlfühlt.

Genau dieses Gefühl hatte ich während meines Aufenthalts im Big Blue Tinos – ein wunderschönes 3-Sterne-Hotel auf der kleinen griechischen Insel Tinos.

Fünf Nächte reichten völlig aus, um mich dort wie zu Hause zu fühlen.

Fünf Nächte und nicht länger.

Aber fangen wir von vorne an.

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Tinos? Noch nie davon gehört.

Anfang September beschlossen meine Schwester und ich, ausnahmsweise spontan zu sein und buchten erst wenige Tage vor der Abreise einen Flug nach Athen.

Jedoch planten wir keinen Städtetrip, sondern eher einen erholsamen Urlaub auf einer schönen, ruhigen griechischen Insel.

Wir entschieden uns gegen den Besuch bekannter Inseln wie Santorin oder Mykonos und wollten stattdessen eine weniger touristische Insel entdecken.

Witzigerweise fanden wir dieses Mal zuerst das Hotel, bevor wir uns überhaupt für eine Insel entschieden hatten.

Bei der Recherche stieß meine Schwester auf einen Instagram-Post über das Big Blue Tinos und ich glaube, es war für uns beide Liebe auf den ersten Blick.

Noch aufgeregter wurden wir, als wir erfuhren, dass Tinos nur eine 4-stündige Fährfahrt von Athen entfernt ist. Perfekt!

Unsere Entscheidung war also schnell getroffen und wir buchten fünf Nächte in einem Hotel auf einer Insel, von der wir noch nie gehört hatten.

Das Abenteuer kann beginnen!

Fähre

Eine windige Überraschung

So sehr ich das meditative Gefühl liebe, auf den tiefblauen Ozean zu starren, nach vier Stunden kann es schon etwas langweilig werden.

Kein Wunder, dass meine Schwester und ich erleichtert aufatmeten, als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen spürten.

Das erste, was mir nach dem Verlassen der Fähre auffiel, war der wahnsinnig starke Wind. Wobei "Wind" eine ziemliche Untertreibung ist, denn er riss mir fast die Füße vom Boden.

Das Big Blue Tinos liegt zwischen dem kleinen Dorf Kionia und Tinos-Stadt mit dem Hafen der Insel. Dank der günstigen Lage in der Nähe des Hafens beschlossen wir, den ganzen Weg zum Hotel zu Fuß zurückzulegen.

Laut Google Maps war es nur 20 Gehminuten entfernt.

Glaub mir, Google Maps hat den starken Wind definitiv nicht in seine Berechnungen einbezogen – wir brauchten mindestens doppelt so lange. Unnötig zu sagen, dass es das erste und letzte Mal war, dass wir uns diesen Spaziergang angetan haben.

Übrigens ist der Wind in der Ägäis im Sommer ziemlich typisch. Diese Winde nennt man „Meltemi“ – starke, trockene Nordwinde, die normalerweise von Juni bis September wehen.

Ich glaube, wir hätten uns besser informieren sollen, denn wir waren nicht darauf vorbereitet! 😀

Aufenthalt im Big Blue Tinos

Als wir endlich im Hotel ankamen, waren wir total erschöpft, aber mega froh, dass wir es heil durch den Wind geschafft haben.

große blaue Tinos

Ein herzliches Willkommen

Eine weitere Überraschung erwartete uns gleich nach dem Betreten des Hotelgeländes.
Dieses Mal war es aber eine gute.

Statt von einem Menschen wurden wir nämlich von einem freundlichen, schwanzwedelnden Hund begrüßt.

Er folgte uns zur Rezeption, wo wir die Hotelbesitzerin trafen. Sie erzählte uns, dass der Hund Cleo heißt und dass sie zum Hotel gehört.

Cleo war so ein süßer und gut erzogener Hund – Ich habe mich auf Anhieb in sie verliebt.

Eines Tages begleitete sie meine Schwester und mich sogar zu der kleinen Bucht in der Nähe des Hotels und blieb dort den ganzen Tag mit uns! Der Abschied von ihr war eines der schwersten Dinge überhaupt.

Kuscheln mit Cleo

Cleo war nicht der einzige vierbeinige Freund im Big Blue Tinos.

Neben dem Hund gab es auch eine ruhige Katze, deren Namen ich leider nie erfahren habe.

Und dann war da natürlich noch Minki.

So nannte ich die kleine, ständig schreiende Katze, die nicht zum Hotel gehörte, aber immer da war.

Meistens schlief sie entweder auf unserer Veranda oder schlich um den Frühstückstisch, um nach etwas zu essen zu betteln.

große blaue Tinos
Minki

Niemand im Hotel wusste so genau, woher sie kam, aber ich habe mich in dieses süße Fellknäuel verliebt – genauso wie in die beiden anderen.

Zimmer mit Aussicht

Nachdem wir mit Cleo genug gekuschelt hatten, war es an der Zeit, den Schlüssel für unser Zimmer zu holen.

Das Big Blue Tinos hat 11 Zimmer/Appartements in vier verschiedenen Kategorien – aber alle mit Blick auf das Meer. Wir entschieden uns für eine Split-Level-Suite mit zwei Etagen, da der Preisunterschied zu den anderen Zimmern nicht so groß war.

Für fünf Nächte in der Suite bezahlten wir weniger als €500,-.

Ein kleines Detail, das mir wirklich gut gefallen hat, war, dass jedes Zimmer einen eigenen Namen hat. Das Schild mit dem Namen hängt direkt neben der Eingangstür.

Unsere Suite hieß Kyma", was "Welle" auf griechisch bedeutet.

große blaue Tinos
Unsere Veranda & Minki

Im Inneren war die Suite genauso, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
Alles war in weißen und grauen Farben gehalten, was dem Ganzen ein sauberes und modernes Aussehen verlieh.

Im Erdgeschoss befand sich der Küchenbereich mit Herdplatten, einem Waschbecken, Tellern und Besteck. Außerdem gab es einen Kühlschrank und einen kleinen Tisch, an dem man sitzen konnte.

Im hinteren Teil des Erdgeschosses befand sich das offene Bad. Der auffälligste Teil der Suite war definitiv die große eingebaute Badewanne.

Big Blue Tinos-Badewanne

Eine Dusche, eine Toilette, ein Waschbecken und Annehmlichkeiten wie Pflegeprodukte und ein Haartrockner vervollständigen das Badezimmer.

Das Schlafzimmer befand sich im Obergeschoss das über eine weiße Treppe zu erreichen war. Es war mit einem sehr bequemen Bett, einem großen Kleiderschrank und einem Regal mit einem hängenden Spiegel darüber ausgestattet.

Mein ganz persönliches Morgenritual

Die Wand gegenüber dem Bett hatte zwei Fenster. Jeden Morgen öffnete ich sie als Erstes um den Ozean zu grüßen.

Ich meine, wie oft hat man schon die Gelegenheit, das tiefe Blau des endlosen Meeres direkt vom Bett aus zu bewundern?

Für mich war es das erste Mal und ich hätte es stundenlang machen können.

Glücklicherweise musste ich nach dem Verlassen des Bettes nicht allzu lange auf den Meerblick verzichten – ich brauchte nur nach unten zu gehen. Ich konnte ihn sogar vom Badezimmer aus sehen!

Das war möglich, weil es eine Klappe an der Eingangstür gab, die wir nach Belieben öffnen und schließen konnten.

Der Spiegel im Badezimmer war direkt gegenüber der Tür, so dass ich jedes Mal, wenn ich mir die Zähne putzte, das Meer hinter mir sah.

Blick durch die Haustür
Blick von unserer Veranda

Es war bei weitem eines der coolsten Zimmer, in denen ich jemals war und das Konzept und die Liebe zum Detail waren wirklich erstaunlich.

Ein weiteres Highlight ist, dass jedes Zimmer im Big Blue Tinos individuell gestaltet ist – keines gleicht dem anderen. Aber was sie alle gemeinsam haben, ist der "cleane", luftige weiße Look.

Veganes Frühstück? Kein Problem im Big Blue Tinos!

Ein gutes und nahrhaftes veganes Frühstück in einem Hotel zu bekommen, kann manchmal schwierig sein.

Dementsprechend positiv war meine Reaktion, als ich ein ziemlich reichhaltiges veganes Frühstück im Big Blue Tinos bekam. Es war besser, als ich es mir je hätte vorstellen können!

Für meine Schwester und mich war das Frühstück immer etwas ganz Besonderes und wir haben uns jedes Mal darauf gefreut.

Es lag nicht nur am Essen, sondern auch an der Location selbst. Die gemütliche Frühstücksecke mit Pool- und Meerblick war definitiv das Sahnehäubchen.

Big Blue Tinos
Frühstücksecke

Anders als in den meisten Hotels heutzutage wurde das Frühstück nicht in Buffetform serviert. Jeden Morgen kam jemand und fragte uns nach unseren Vorlieben.

Von griechischem Joghurt über Rührei, Kuchen, Brot, Fisch, Haferflocken bis hin zu verschiedenen Gemüsetartes war für jeden etwas dabei.

Und, wie ich bereits erwähnt habe: Sie hatten auch genug vegane Optionen.

Obwohl ich sie vor unserer Ankunft nicht über meine spezielle Ernährung informiert hatte, war es für sie kein Problem, etwas zuzubereiten.

Am ersten Morgen bekam ich einen unglaublich leckeren Porridge mit Banane, Rosinen und Walnüssen sowie etwas Brot und selbstgemachter Marmelade.

Die darauffolgenden Tage bekam ich sogar einen veganen Schokoladenkuchen und Kokosnussjoghurt mit Früchten.

Ein Glas frisch gepresster Orangensaft und eine Tasse grüner Tee – mehr hätte ich mir nicht wünschen können!

Frühstück im Big Blue Tinos

Ich komme wieder!

Ich könnte endlos von der tollen Zeit im Big Blue Tinos erzählen.

Darüber, wie herzlich willkommen ich mich dort fühlte und wie dankbar ich für jeden einzelnen dort war, der meinen Aufenthalt so besonders gemacht hat.

Aber ich möchte, dass du es selbst erlebst.
Und vielleicht wirst du dann verstehen, warum mir der Abschied so unglaublich schwer fiel.

Selbst jetzt, zurück in Österreich, vermisse ich diesen wunderbaren Ort noch immer. Unser Aufenthalt dort war fast zu perfekt, um wahr zu sein.

Die Zimmer, die Lage, das Essen, die Tiere, die freundlichen und zuvorkommenden Menschen – es hätte nicht besser sein können.

Es war mein erstes Mal im Big Blue Tinos, aber es fühlte sich an, als wäre ich schon viel öfter dort gewesen. Schon nach einem Tag hatte ich dieses vertraute Gefühl, und nach fünf Tagen war ich noch lange nicht bereit, wieder abzureisen.

Das Big Blue Tinos wurde zu meinem Zuhause in der Ferne und ich bin 100% sicher, dass ich bald zurückkommen werde.

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Hier sind einige meiner liebsten Reisetipps und Ressourcen:

Flüge: Meine Flüge buche ich meistens über Skyscanner oder CheapOair. Dort suche ich nach "Alle Orte erkunden", um die besten Flugangebote zu finden!

Unterkunft: Für die Suche nach der perfekten Unterkunft ist Booking.com meine erste Wahl.

Reiseversicherung: Es gibt viele Gründe, warum eine Reiseversicherung wichtig ist und ich reise nie ohne. Ich benutze die einfache und flexible Versicherung von SafetyWing, die mich vor unvorhergesehenen Ereignissen schützt.

Touren: Ich liebe es, an Touren teilzunehmen, um Reiseziele aus der Perspektive eines Einheimischen zu entdecken. Am liebsten buche ich sie vorab über die Plattform GetYourGuide.

Kameraausrüstung: Für meine Fotos nutze ich eine Nikon D5300 Kamera mit einem 18-105 mm Objektiv sowie einem 10-20 mm Weitwinkelobjektiv.


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20 Kommentare

  1. I need to visit some more of the smaller Greek Islands! Tinos looks like such a cute little island and I love that it is less touristy. The front door views look so gorgeous! I’m glad you were able to find a Vegan breakfast as well.

  2. This hotel looks so adorable! I never heard of Tinos before, but you have totally inspired me to see more Greek Islands. I also love how the hotel had a dog and cats. A boutique hotel I stayed at recently in Aruba also had pets! 🙂

  3. First of all, any hotel with a dog goes to the top of my list. But I love the layout of this place. The bathroom, the bedroom and that veranda. Brave choice picking a random island you didn’t know about but I think having some time away from the busy areas would be great right now

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