Motorsegeln
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Bucket List Erlebnis: Rundflug mit einem Motorsegler

"Nur wenn man darüber fliegt, wird einem wirklich bewusst, wie unglaublich die Erde ist."

Philippe Perrin

Diesem Zitat kann ich wirklich nur zustimmen.

Mit vier Jahren bin ich das erste Mal in ein Flugzeug gestiegen, als wir eine Familienreise in die Türkei unternahmen. Seitdem hat mich das Gefühl, hoch in der Luft zu sein, nicht mehr losgelassen – irgendwie bin ich richtig süchtig danach!

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Letzte Woche habe ich endlich etwas von meiner Wunschliste abgehakt, das schon lange darauf war. Es hatte mit Fliegen zu tun, aber nicht auf die übliche Weise, wie wir es alle kennen.

Vor ein paar Jahren hat mein Vater das Segelfliegen für sich entdeckt und seinen eigenen Pilotenschein gemacht. Nur ein Jahr später hat er sich dann auch den Motorsegelflug vorgenommen und sich auch dafür die Lizenz geholt.

Obwohl ich schon öfter auf dem kleinen Flugplatz war, von dem aus er fliegt, bin ich noch nie mitgeflogen.

Bis vor zwei Wochen, als ich endlich den Mut hatte und zum ersten Mal bei einem Rundflug im Motorsegler dabei war.

Flugplatz
Flugplatz

Was ist Motorsegelflug?

Bevor ich dir von meinen Erfahrungen erzähle, möchte ich dir kurz erklären, was der Unterschied zum normalen Segelfliegen ist.

Segelflieger

Segelflieger oder Segelflugzeuge sind im Grunde nichts anderes als Flugzeuge ohne Motor.

Um ein Segelflugzeug zu fliegen, nutzen Piloten die aufsteigende Luft, um oben zu bleiben. Da Segelflugzeuge nicht selbst starten können, brauchen sie normalerweise ein anderes Flugzeug, um in die Lüfte zu gelangen.

Neben dem klassischen Segelflug gibt es auch eine Disziplin namens Segelflugkunstflug, bei der Piloten spektakuläre Manöver wie Loopings oder Fassrollen fliegen.

Es ist zwar wirklich faszinierend, das vom Boden aus zu beobachten, aber ich würde nie in einem dieser Flugzeuge während der Manöver sitzen wollen! 😀

Motorsegeln
Segelflieger und Motorsegler

Motorsegler

Im Gegensatz zu Segelfliegern haben Motorsegler einen eigenen Motor und können sowohl mit als auch ohne Antrieb fliegen. Oft werden sie auch als Schleppflugzeuge für Segelflieger genutzt.

Motorsegler

Die Kabine von Motorseglern ist meist breiter und hat zwei Sitze nebeneinander, während bei Segelflugzeugen die Sitze hintereinander liegen.

Vorflugkontrolle

Vor jedem Flug ist es wichtig, bestimmte Kontrollen durchzuführen.

Mein Vater hatte das schon unzählige Male gemacht und wusste genau, was er tun musste.

Zuerst öffnete er die Tankklappe, um zu sehen, ob noch genug Benzin im Flugzeug war. Da es nicht der Fall war, mussten wir das Flugzeug zur Tankstelle schieben.

Das mag nach einem außergewöhnlichen Kraftakt klingen, aber das Flugzeug wog "nur" 600 Kilo.

Tankstelle
Tankstelle

Als Nächstes ging er um das Flugzeug herum, um nach sichtbaren Schäden zu schauen. Zum Glück hat er nichts Auffälliges entdeckt.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Vorflugkontrolle war die Überprüfung des Reifendrucks.

Obwohl die Reifen in der Luft keine große Rolle spielen, sind sie für den Start und die Landung des Motorseglers entscheidend. Daher ist es wichtig, dass alles passt, um später keine Probleme zu haben.

Nachdem außen alles in Ordnung war, war es Zeit, einen Blick ins Innere des Flugzeugs zu werfen.

Dabei erklärte mir mein Vater, dass das Wichtigste ist, dass es kein einziges unbefestigtes Objekt gibt, welches sich bewegen könnte.

Er erzählte mir von einem Vorfall, bei dem jemand eine Münze verlor, die dann in den Motor geriet und einen Unfall verursachte.

Das wollte ich natürlich auf keinen Fall, also habe ich doppelt kontrolliert, ob alles sicher verstaut war.

Motorsegeln

Nachdem wir alle Vorflugkontrollen abgeschlossen hatten, stiegen wir in den Motorsegler und rollten zur Startbahn.

Mache ich das wirklich?

An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise gestehen, dass ich so kurz davor war, meine Meinung zu ändern.

Meine Beine zitterten wie verrückt und mein Herz sprang mir fast aus meiner Brust. Das letzte Mal, dass ich so nervös war, war beim Zulassungstest fürs Studium.

In diesem Moment wollte ich einfach nur umdrehen und gehen.

Meine Leidenschaft fürs Fliegen war wohl stärker als meine Nervosität, denn irgendwie schaffte ich es, ins Flugzeug zu hüpfen – oder besser gesagt, meinen zitternden Körper hineinzuschleppen. 😀

Am Startpunkt der Landebahn angekommen, musste mein Vater noch die Öltemperatur und die Funktion des Motors prüfen, bevor wir endlich hoch in die Luft konnten!

Motorsegeln
Ich war nur froh, dass ich nichts tun musste ...

Hoch oben in der Luft

Es wäre eine Lüge zu sagen, dass meine Nervosität verschwand, als die Reifen den Boden verließen.

Und dann konnte ich endlich dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit voll und ganz genießen!

Dann endlich konnte ich das unglaubliche Gefühl und die Freiheit des Motorsegelfluges wahrnehmen.

Wir verließen den Flugplatz und flogen in Richtung unseres Zuhauses. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Basilika Sonntagberg vorbei, einem wichtigen Wallfahrtsziel und der bekanntesten Sehenswürdigkeit unserer Region.

Basilika Sonntagberg
Basilika Sonntagberg auf dem Hügel

Nachdem mein Vater zwei Runden über der Basilika gedreht hatte, flogen wir weiter. Es dauerte nicht mehr lange – was normalerweise eine 20-minütige Autofahrt ist, war ein Flug von weniger als 10 Minuten.

Trautes Heim, Glück allein

Ich habe mein Zuhause noch nie aus der Vogelperspektive gesehen, alles sah ganz anders aus.

Die umliegenden Hügel, die Straße und sogar das Haus selbst wirkten aus der Höhe irgendwie fremd und winzig.

Natürlich mussten wir auch unser Dorf überfliegen, bevor es in die andere Richtung weiterging.

Entlang der Donau

Der gesamte Flug war auf eine Stunde angesetzt und wir hatten noch etwa 30 Minuten Zeit. Mein Vater schlug vor, in Richtung der Donau und des Stifts Melk zu fliegen – eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Österreich.

Als er das sagte, hatte ich irgendwie Zweifel, dass wir es tatsächlich innerhalb von nur 30 Minuten zum Flugplatz zurückschaffen würden.

Normalerweise dauert eine Autofahrt von unserem Wohnort zum Stift Melk etwa eine Stunde. Mit dem Motorsegler waren wir jedoch in nur 15 Minuten dort! Ich konnte es kaum fassen.

Auf dem Weg nach Melk konnte ich von oben viele bekannte Orte sehen, wie Ybbs und den wichtigsten Wallfahrtsort Niederösterreichs, Maria Taferl.

Stift Melk
Stift Melk

Selbst von oben wirkt das Stift noch sehr majestätisch und beeindruckend, wie es so auf dem Hügel über der Stadt Melk thront.

Das Stift Melk war unsere letzte Station, bevor wir zum Flugplatz zurück mussten. Zum Glück wählte mein Vater den landschaftlich schönsten Weg und flog entlang der Donau.

Motorsegeln
Donau

Gott sei Dank, keine Bruchlandung!

Je näher wir dem Ende des Fluges kamen, desto nervöser wurde ich wieder.

Ich hatte ein bisschen Angst vor der Landung und es beruhigte meine Nerven nicht, als mein Vater auch noch so nebenbei erwähnte, dass das normalerweise der schwierigere Teil des Motorsegelflugs sei. Logischerweise machte mich das nur noch nervöser.

Ja, definitiv nicht hilfreich.

Jedenfalls war die Landung nicht so schlimm, wie ich sie mir vorgestellt hatte – auch wenn mein Vater meinte, es sei nicht seine beste gewesen, haha.

Ich hatte mit einem holprigen Auf und Ab gerechnet, aber zum Glück verlief die Landung viel ruhiger als erwartet.

Zurück auf dem Boden wurde mir erst klar, wie erschöpft ich war. Es fühlte sich fast so an, als hätte ich das Flugzeug selbst gesteuert.
Der ganze Flug war ein intensives, aber auch spaßiges Erlebnis, und ich war super glücklich – und ein bisschen stolz darauf, dass ich es tatsächlich durchgezogen habe!

Motorsegeln

Nachdem wir ausgestiegen sind, meinte mein Vater, dass das Flugzeug nach jedem Flug normalerweise gereinigt werden muss.

Aber an diesem Tag wurde das Flugzeug gleich danach als Schleppflugzeug gemietet, sodass wir es nicht reinigen mussten. Glücklicherweise, denn es war ein heißer Sommertag und die Reinigung hätte etwa eine Stunde gedauert.

Und noch dazu in der prallen Sonne ...

Aufgaben nach dem Flug

Obwohl unser Flug beendet war, gab es für meinen Vater noch einige Aufgaben zu erledigen.

Wie auf jedem größeren Flughafen gibt es auch auf dem Flugplatz einen Tower.

Wir kletterten hinauf, um das Logbuch zu holen. In dieses musste mein Vater bestimmte Informationen eintragen, wie seinen Namen, das Datum, den Startort, die Flugdauer und mehr.

Motorsegeln
Der Tower

Vom Tower aus genoss ich den Blick auf die Landebahn zum letzten Mal, bevor wir zum Mittagessen gingen.

Erst dann merkte ich, wie hungrig ich eigentlich war. Vor lauter Nervosität und Aufregung konnte ich in der Früh nämlich nichts essen.

Abschließende Gedanken zum Motorsegler-Rundflug

Ein Rundflug mit einem Motorsegler macht richtig Spaß. Es ist ein intensives Erlebnis, aber gleichzeitig gibt es einem das Gefühl von grenzenloser Freiheit.

All diese bekannten Orte aus der Vogelperspektive zu sehen, war einfach großartig und eine völlig neue Erfahrung.

Klar, es hat schon Überwindung gekostet, ins Flugzeug zu steigen. Es ist doch etwas ganz anderes, als in einem normalen Flieger zu sitzen.

Wenn du jemals die Chance hast, einen Rundflug mit einem Motorsegler zu machen, kann ich es nur empfehlen! Es ist ein einmaliges Erlebnis, das du wahrscheinlich nicht so schnell wieder haben wirst!


Hier sind einige meiner liebsten Reisetipps und Ressourcen:

Flüge: Meine Flüge buche ich meistens über Skyscanner oder CheapOair. Dort suche ich nach "Alle Orte erkunden", um die besten Flugangebote zu finden!

Unterkunft: Für die Suche nach der perfekten Unterkunft ist Booking.com meine erste Wahl.

Reiseversicherung: Es gibt viele Gründe, warum eine Reiseversicherung wichtig ist und ich reise nie ohne. Ich benutze die einfache und flexible Versicherung von SafetyWing, die mich vor unvorhergesehenen Ereignissen schützt.

Touren: Ich liebe es, an Touren teilzunehmen, um Reiseziele aus der Perspektive eines Einheimischen zu entdecken. Am liebsten buche ich sie vorab über die Plattform GetYourGuide.

Kameraausrüstung: Für meine Fotos nutze ich eine Nikon D5300 Kamera mit einem 18-105 mm Objektiv sowie einem 10-20 mm Weitwinkelobjektiv.

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40 Kommentare

  1. Ah this looked like such a blast Alina! It’s so cool that you got to fly over your home and surrounding neighborhood. I did something similar when I was in college and I remember it was so cool!

  2. Oh wow! I don’t think I’ve ever heard of motor gliding and this sounds like a thrill! I’m very scared of heights, but maybe this is the extra push to conquer my fears!

  3. What a cool experience and even better than your dad was flying it! Found myself intrigued as I had heard of a motor gliding but knew nothing about it. I think I would prefer the plane with a motor over the one that doesn’t! I’d be nervous too but it sure looks like an exciting adventure. Congrats on going up!

  4. They say that the best things in life lie on the other side of fear and I think flying in a tiny craft is one of those things. I am nervous even about flying in small planes, so I can imagine how terrifying it would to take off in a glider! But like you say, once you see the world from above, you forget your fear and have an incredible experience. It’s a very inspirational story.

  5. I’m really happy that you could check out one of the lines on your bucket list, it is amazing, I think I would be really scared but I’m daring to try it at some point

  6. This looks like such a cool experience! I would love to learn how to fly a motor glider or go for a ride in one. The view from the tower is also awesome.

  7. Sounds like you had a wonderful experience! My Dad also flies and I haven’t been up with him in years. This made me want to do it again. As you say, the world looks so different from above, it’s an amazing sight 🙂

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